Fallschirmsprung – Der Sprung ins Nichts ;-)

Meine Kollegen haben mir zum 10-jährigen Firmenjubiläum einen Gutschein für einen Tandem-Fallschirm-Sprung geschenkt. Uff…… Die wissen ja, dass ich für so etwas immer zu haben bin, aber diesmal habe ich doch einige Zeit gebraucht, mich mit dem Gedanken anzufreunden. Nicht, dass ich das nicht machen würde, aber es gehen einem schon einige Gedanke und vor allem jeden Menge Grummeln durch die Magengegend. Schlussendlich habe ich aber nen Termin gemacht und auch die Kollegen dazu eingeladen. Nur schenken gilt nicht. Es sind aber nur ein paar gekommen. Und das auch noch vergebens, da nämlich an meinem Tag irgendetwas mit dem Flugzeug nicht stimmte und der Sprungtag abgesagt wurde. Natürlich erst nach dem wir schon vor Ort waren und ich vorher mehrere Tage schon nicht mehr richtig gut schlafen konnte….. Noch auf dem Flugplatz haben wir einen neuen Termin in vier Wochen vereinbart. Wieder vier Wochen Nervosität aushalten. Dafür hat sich meine beste Freundin aber breitschlagen lassen doch direkt mit mir zu springen. Zusammen ist das bestimmt viel besser.

Beim zweiten Termin ist dann alles in Ordnung. Das Flugzeug ist ok und das Wetter auch.

Unsere Nerven sind allerdings etwas angespannt. Freudige Aufregung.

Als wir am Flugplatz ankommen ist das Flugzeug schon auf dem ersten Flug und das sieht ganz schön hoch aus. 4500 Meter. Von unten wirkt das irrsinnig hoch.

Nach und nach treffen unsere geladenen Freunde und Familien ein. Als seelische Unterstützung dienen die aber nicht wirklich, weil die glaube ich auch ganz schön nervös sind. Aber es ist toll, dass so viele mit dabei sind.

Aber für Simmi und mich wird es jetzt ernst und wir müssen zur Schulung, wie wir uns während des Absprungs, des freien Falls und dem „Landen“ verhalten sollen. Wir sind sehr konzentriert. Da möchte man ja nun echt nix falsch machen. Wir studieren auf dem sicheren Boden die Haltungen für den freien Fall ein.. Sieht so nen bisschen nach gestrandeten Walen aus.

Dann ging es in den Hangar den Fluganzug anziehen. Wir hatten beide einen strahlend orangen Overall und wir sahen aus wie bei Bruce Willis bei Armageddon. Das hatte schon was. 🙂

Dann gibt es noch einen kleinen Plausch und detaillierte Infos mit unserem Tandemmastern. Jan, mein Tandemmaster ist super nett und nimmt mir echt die Spannung, na ja nicht ganz, aber ich bin schon bedeutend ruhiger und ich fühle mich sehr gut aufgehoben.

Und dann ist es soweit. Der Chef kommt und sagt wir sind die nächsten. Aaaaaahhhhh. Ab ins Flugzeug. Das Mini-Ding. Ich bekomme kaum Luft beim Einsteigen, weil die Propeller so blasen.

Wir sind neben dem Piloten zu sechst in der Maschine. Es gibt keine Sitze. Wir sitzen dicht an dicht auf dem Boden des Flugzeuges. Simmi und ihr Tandemmaster sind zuerst eingestiegen, dann Jan und ich.

Die Tandemmaster sitzen hinter uns und schnallen sich auch schon direkt mit uns fest. Das beruhigt sehr. Irgendwie fühle ich mich direkt nen Tacken sicherer. Auf unseren Füssen sitzen der Einzelspringer und mein Kameramann. Alles sehr eng und kuschelig. Mein Kameramann filmt schon im Flugzeug und stellt mir Fragen auf die ich gar nicht richtig antworten konnte. Auch Jan hat versucht mit mir zu reden, aber auch darauf kann ich mich nicht so recht konzentrieren. Simmi und ich halten uns an den Händen und versuchen vergeblich ruhig weiterzuatmen. 🙂

Und dann kommt m der Moment! Der Pilot sagt: Absprunghöhe erreicht. Irgendjemand macht die Tür auf.  4500m tief nichts mehr neben mir. Da weicht mir alles aus dem Gesicht und irgendwie schaltet mein Hirn für zwei Sekunden komplett auf Stand-by. Der Einzelspringer hat wohl die Tür aufgemacht, fackelt nicht lange und springt raus. Schwupp weg ist der. Dann hangelt sich mein Kameramann nach draußen und irgendwie schafft er es sich draußen am Flugzeug nen Stand zu verschaffen um meinen Absprung zu filmen. Keine Ahnung wie der das anstellt. Und dann merke ich schon wie Jan von hinten drückt und bereits mit mir zusammen nach vorne gen Ausgang robbt. Ich trage da definitiv nichts zu bei, dass wir uns nach vorne auf das Nichts zubewegen. 😉 Aber plötzlich sitze ich in der offenen Türe und meine Beine baumeln im Freien. Dieser kurze Moment ist schon irre. Dann ein „Los geht´s“ und ein weiterer Schubs nach vorne und ab geht der freie Fall nach unten. Aaaaaahhhhhhh, Mann ist das ein Tempo…..Irre….. Und wie immer, wenn mir was gefällt, grinse ich bis über beide Ohren. Habe ich aber erst auf dem Video so richtig gesehen. Ich merke nur noch wie der Luftdruck mein Gesicht verformt und wie der Wind in meinen Ohren rauscht. Dann taucht mein Kameramann vor mir auf und ich kann ihm noch zuwinken. Dann hat Jan nen Zeichen gegeben, dass er jetzt den Schirm öffnet.

Es gibt einen guten Ruck nach oben und dann nur noch R U H E.

Ein Traum. Von eben noch irrer Geschwindigkeit im Freien Fall und lauten Wind in den Ohren auf einmal absolute Stille und sanftes Dahingleiten. ♥ ♥ ♥

Ich glaube ich sage eine Million mal: „Ist das geil!“

Jan sagt auch, dass das wohl nicht das schlechteste ist, oder? Es ist unbeschreiblich schön. Das soll bitte stundenlang so weiter gehen. Endlich fliegen können. Oder so gut wie. Das fühlt sich so schön an. Man vergisst die Höhe und alles andere und genießt nur noch das Hier und Jetzt. Da geht einem echt das Herz auf. ♥ ♥ ♥ Glück pur.

Dann gibt Jan mir die Lenkseile in die Hand und erklärt mir wie ich Kurven und Spiralen „fliegen“ kann.

Uiiii, macht das Spaß. Da wird man direkt schneller und diese Spiralen machen ja mal richtig viel Spaß.

Wir können das nur nicht so oft machen, weil man sonst zu schnell runter kommt und das wäre ja schade. Außerdem muss man ja auch noch den Landeplatz treffen. Und schneller als mir lieb ist sind wir dann auch schon unten…… Schade……..

Jetzt noch mal das Gelernte anwenden und zwar die Beine nach vorne austrecken. Das ist gar nicht so leicht. Ist wie ein sit-up mitten in der Luft. Jan hilft von hinten etwas und dann sind wir auch schon unten. Super Landung. Ich liege zwar wie ein nasser Sack auf Jan, aber nachdem er mich abgeschnallt hatte kann ich ihn auch endgültig von mir erlösen.

Es hat alles super geklappt. Vielen Dank an einen wirklich tollen Tandemmaster.

Dann heißt es den Schirm zusammenraffen und zurück zum Hangar laufen.

Und wieder bekomme ich das Grinsen nicht aus dem Gesicht. Und ich bin schon etwas stolz darauf, dass gemacht zu haben.

Dann gibt es ein riesen Hallo mit Freunden und Verwandten und irgendwann war dann auch Simmi da und wir beglückwünschen uns gegenseitig.

Wir stossen schön mit Sekt auf unsere Heldentat an und erhalten feierlich unsere Urkunde.

Wir beiden möchten am liebsten sofort wieder in den nächsten Flieger steigen, um das direkt noch mal zu machen.

Aber wir sind so glücklich und aufgekratzt mit soviel Adrenalin, wir hätten beinahe auch von alleine fliegen können. 😉

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